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Perspektivwechsel

2017-11-11 16:06
von AKADEMIE
Ausstellung von Simon und Jonas Herdegen
In der Fotoausstellung „Perspektivenwechsel“ möchten die beiden jungen Künstler Simon und Jonas Herdegen dem Besucher die Möglichkeit geben, Kultur und Landschaft aus einer komplett anderen Perspektive zu betrachten. Jonas fotografiert hauptsächlich mit einer Drohne aus der Vogelperspektive. Dabei will er einfache und bekannte Motive, wie Wälder und Straßen aus einem anderen Blickwinkel zeigen. Auch Simon möchte mit seiner Fotografie das bewusste Suchen nach untypischen Perspektiven anregen. Bei ihm handelt es sich primär um Bilder im urbanen Raum. Ziel beider Künstler ist es, die Betrachtungsweise von Kultur und Landschaft zu erweitern.​ Simon Herdegen besuchte die Akademie für Gestaltung Regensburg im Jahr 2017.
 
Auszug aus der Einführungsrede von Johannes Paffrath:
 
Man Ray hat gesagt,
Natürlich wird es immer diejenigen geben, die nur fragen „wie“, während andere fragen „warum“ ... ich habe die Inspiration immer der Information vorgezogen ...
 
Simon hat mit mir an der Akademie Regensburg 10 Monate lang Bildstrecken und Einzelbilder analysiert und bewertet und dabei gemerkt, dass die Firma Leica mit Ihrem Werbespruch...
Wer sehen kann, kann auch fotografieren. Sehen lernen kann allerdings lange dauern...nicht ganz Unrecht hat.

Ich habe die Einladung, einleitende Worte zu dieser Ausstellung zu sprechen, gerne angenommen - vor allem, weil ich die Fotos, die wir hier sehen, nicht schönreden muss. Ich werde versuchen mich an folgende Prämisse zu halten:
„Die Tatsache, daß Menschen mit zwei Augen, aber nur einem Mund geboren werden, läßt darauf schließen, dass sie zweimal soviel sehen als reden sollten.”

Ich kann nicht mehr über Bilder wissen, als wir alle sehen, weil Wissen auf Erfahrung beruht, und man Erfahrung in der Vergangenheit sammelt. Fotografie ist aber das medium par excellene, wenn es um Vergegenwärtigung geht, und diese bezieht sich auf das hier und jetzt - sogar, wenn man alte Bilder betrachtet.

William Egglestone, der Vater der künstlerischen Farbfotografie, hat zu seinen Bildern gesagt: „Ich fotografiere das Leben von heute“ aber auch - „ich weiß allerdings nicht, wass das heißt ...“ Alle Bilder, die wir hier sehen, zeigen uns, was Ansel Adams postuliert hat: Ein Fotograf weiß, wo er stehen muss.

Und es ist in mehrfacher Hinsicht der Standpunkt, der über die Qualität eines Bildes entscheidet.

Der Standpunkt (des Fotografen) ist das wichtigste Gestaltungskriterium in der Fotografie. Der Standpunkt entscheidet über Größenverhältnisse, Beleuchtung, Räumlichkeit, Perspektiv, Bildaufbau, Arangement und Inhalt. Der Standpunkt ist verantwortlich für das Framing, also den Anschnitt und somit über Gewichtung und Komposition, die Modulation durch das Licht und das Prinzip des Maßstabs.

Das inspirierende an diesen Bildern ist ihre Entstehung.
Wenn ich fotografiere, habe ich mir angewöhnt, nichts falsch zu machen, damit gute Bilder entstehen:
Ist die Belichtung richtig? Ist die Kompostion richtig? Ist alles drauf?

Bei diesen Bildern jedoch merkt man die Freude an unkonventioneller Herangehensweise in jedem Pixel.
Das kann man sich abgucken ...

Und noch etwas: Google könnte sicher die ganze Welt ausdrucken.
Aber dieses Auge für Bildabschlüsse, Stimmung, Licht und Wirkung kann man nur über gezielte Auswahl erreichen.

Diane Arbus hat gesagt: „Meine Bilder waren nie so, wie ich wollte. Sie waren immer nur besser oder schlechter. Ich glaube, wir sehen hier die bessere Hälfte von Simon und Jonas.

Eingangs habe ich gesagt, fotografische Bilder beziehen sich auf Gegenwart und Zukunft. Der Großteil der Bilder hier, und zwar nicht nur die inszenierten, sondern vor allem auch die Luftaufnahmen, beinhaltet eine narrative Komponente - man wähnt sich in einer Geschichte, die gleich weitergeht - aber wie?

Diese „In - Between“ begeistert mich genauso wie die detaillierte Ausarbeitung.

Wir haben bei allen Bildern den Verlust der dritten Dimension zu beklagen - und wenn wir eine Fläche betrachten hat das etwas mit optischem Gewichten und ihrer Verhältnismäßigkeit zu tun. Im Idealfall ist das Gesamtbild ausgewogen und harmnisch, während die einzelnen Komponeneten miteinander um die Aufmerksamkeit des Betrachters konkurieren.
Ich zitiere hier noch einmal William Egglestone:

Wenn Du ein Bild betrachtest, darfst Du nichts darin als selbstverständlich erachten. Jedes kleinste Detail zählt.

Viel Spaß gleich, beim Betrachten der Bilder in Ihrer Geamtheit und beim suchen der Details ...und einen schönen Abend...

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